Die “Größte Traube der Welt” sollte in Tramin entstehen


Der Tourismusverein von Tramin arbeitete bis vor wenigen Tagen und über einen Zeitraum von zwei Jahren emsig an einem Projekt, welches, wenn es denn umgesetzt worden wäre, über die Grenzen Südtirols hinaus, marketingtechnische Bedeutung und nachhaltige Aufmerksamkeit erzielt hätte.

Der Gedanke, die Identität Tramins als Weindorf aufzuwerten, der Weinwirtschaft Tramins ein authentisches Wahrzeichen zu widmen – der Heimat,  des mittlerweile weltbekannten Gewürztraminers,  ein Denkmal zu schaffen, scheiterte, weil ausgerechnet Teile der Traminer Weinwirtschaft, dem Ganzen nicht das notwendige Interesse abgewinnen konnten.

Die Idee, welche vom Traminer  Siegfried Unterkircher dem Tourismusverein vorgeschlagen wurde, sah den Bau der „Größten, lebenden Gewürztraminer Traube“ vor: Eine Stahlkonstruktion von sieben bis acht Metern Höhe – mit entsprechendem traubenförmigem Volumenkörper,  welcher zur Erntezeit im Herbst, mit Gewürztraimertrauben behängt hätte werden sollen. Die Geschichte des Weinbaus und der Weinproduktion hätte sich dann mit dem „Wimmen“ von eben dieser Traube, bis zu einer Sonderabfüllung, fortsetzen sollen. In der Folge wäre die Konstruktion in eine bleibende Traube aus Stahl mit entsprechenden Elementen umgewandelt worden.   

Mittels einer Internetplattform und anderen Pressemaßnahmen plante man die redaktionelle Begleitung des Weinbaus in Tramin, vom Schnitt der Rebe bis zum Genuss des fertigen Weines. Man hätte damit vor dem eigentlichen Höhepunkt, über ein ganzes Jahr hindurch, laufend das Thema Wein für Tramin  lancieren können.

Die vorbereitenden Arbeiten seitens des Tourismusvereines von Tramin, welche sich über einen Zeitraum von mittlerweile zwei Jahre erstrecken, brachten das Projekt in realistische Startblöcke. Sprich, von der Wahl eines strategischen Standortes, die Anmietung desselben bis zur technischen und statischen Planung ist alles so weit gediehen, um konkret an die Umsetzung für den kommenden Herbst zu gehen. Die Kosten, welche sich mit 80.000 € beziffern, konnten  bis zu 80% abgedeckt werden, wobei das Land Südtirol, die Gemeinde Tramin, der Tourismusverein von Tramin den größten Teil der Kosten decken.  Die restlichen 20% – grobe 15.000 €,  konnten trotz immenser Anstrengungen nicht aufgetrieben werden, weil, wie eingangs erwähnt, Teile der Traminer Weinwirtschaft, welche die eigentlichen und langfristigen Nutznießer dieser Werbemaßnahme gewesen wären,  nicht zu überzeugen  waren. 

Vor dem Hintergrund der moderaten Gesamtkosten des Projektes und den zu erwartenden Werbeeffekt für Tramin und seinem Wein, entschieden sich die Verantwortlichen im Tourismusverein nur schweren Herzens gegen das Projekt. In Tramin ist man aber sicher, dass die „Grösste Traube der Welt“ irgendwann und irgendwo auf der Südtiroler Weinstrasse entstehen wird und es demnach zumindest eine Traminer Idee war, welche die Perle unter den Südtiroler Weindörfern würdigen sollte.

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